Zur Frage, wem Kunst, wenn diese in den Müll geworfen wird, gehört.

Das Amtsgericht Köln hatte in dem Verfahren 539 Ds 48/18 zu entscheiden, wem Kunstwerke, welche durch den Künstler in den Müll geworfen und damit entsorgt wurden, gehören. Grundlage des strafrechtlichen Verfahrens war der Umstand, dass der Angeklagte auf dem Weg zu dem Atelier des Künstlers eine umgekippte Papiertonne sah und dort 4 Ölbilder des Künstlers entdeckte. Diese Bilder nahm der Angeklagte dann mit und wollte dann hiervon zwei Stück über ein Auktionshaus verkaufen.  Hierbei wurde dann die „Müllentnahme“ entdeckt.

Das AG Köln urteilte, dass die Mitnahme des Bilder einen Diebstahl darstelle, dass die Bilder nicht durch den Angeklagten „mitgenommen“ werden konnten, da diese entweder im Eigentum des Künstlers oder der Müllabfuhr / Entsorgungsbetriebes standen. Entsprechend wurde der Angeklagte verurteilt.

Quelle: AG Köln, 539 Ds 48/18, Urt. v. 24.04.2019

Anm.: Interessant wäre die Frage gewesen, ob der Entsorgungsbetrieb als neuer Eigentümer des „Kunstmülls“ dann berechtigt gewesen wäre, die Kunstwerke legal zu veräußern.

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