Zur Frage, wann ein Brilliant ein „Brilli“ ist. – Urt. des AG München – AZ: 275 C 6717/19

Das Amtsgericht München hat in einem Urteil vom 02.08.2019 festgestellt, dass ein Brilliantschliff mindestens 57 Facetten benötigt, um so genannt zu werden. Liegt dies nicht vor, berechtigt dies zur Rückabwicklung des Kaufvertrages im Rahmen der Mängelgewährleistung. Daher sei n „Single-Cut“ nicht als minderwertigerer Brilliantschliff zu kategorisieren, sondern ein Mangel.

Dass der Käufer die Diamanten vorher gesehen hat, und das Aussehen kannte, ändert nichts an dem Umstand, dass er bei dem Erwerb des  gebrauchten Gelbgoldrings mit der Beschreibung „750 Karat Gold, ein Saphir, 31 Brillanten, 0,80 feines Weiß, 9224“ für 650,00 € als Geschenk für seine Ehefrau davon ausgehen durfte, dass es Diamanten im Briliantschliff seien. Dies wurde auch auf seinen Wunsch im Schmuckpasszertifikat festgehalten.

So stellte laut Pressemitteilung der Justiz Bayern das AG München fest, dass es sich bei den als Brillanten bezeichneten Steinen es sich tatsächlich um Diamanten mit Single-Cut-Schliff gehandelt hat. Ein Single-Cut-Schliff sei aber ein weniger aufwändiger, minderwertigerer Schliff als ein Brillantschliff. Ein Brillant hat – anders als ein Diamant im Single-Cut-Schliff- mindestens 57 Facetten.

Ein Vergleich scheiterte an dem Umstand, dass der Kläger aus dem Münchner Raum komme, und da sage man gerne etwas wie „Geh Schatz, tu Deine Brilli hin“. Das gehe jetzt aber mit dem fraglichen Ring nicht mehr, weil er und seine Frau dabei nun ein schlechtes Gefühl hätten.

Urteil des Amtsgerichts München vom 02.08.2019, Aktenzeichen 275 C 6717/19

Quelle: https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/amtsgerichte/muenchen/presse/2019/67.php

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