Zur Frage der Berechtigung der Instandsetzung /Restaurierung eines Kunstwerks

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte sich in einer Entscheidung aus dem Jahre 2019 mit der Frage auseinanderszusetzen, wann eine Berechtigung zur Instandsetzung eines Kunstwerks vorliegt, und ob diese dem Grunde nach überhaupt benötigt wird.

Diese spannende Frage bewegt sich in dem Feld von § 14 UrhG, ob eine Restaurierung eine Beeinträchtigung darstellen kann. Auch wenn die Antwort oft dem Einzelfall überlassen werden muss, so hat das Gericht entschieden, dass eine fachgerechte Restaurierung  in erster Linie auf Substanzerhaltung zielt. Neben präventiven Pflege- und Wartungsmaßnahmen (vorbeugende Schutzmaßnahmen) dienen Konservierungsmaßnahmen der materiellen Substanzsicherung. Dabei werden Alterungs- und Gebrauchsspuren (Patina) als Bestandteil des Originals betrachtet, sofern sie die künstlerische Aussage nicht beeinträchtigen. Reinigen und Polieren der Originalsubstanz hat deshalb den Vorrang vor einer Erneuerung der Teile.

In dem vorliegenden Fall hat das Gericht sogar entschieden, dass sich dies sogar auf integrale Bestandteile eines Kunstwerks beziehen kann, um den künstlerischen Wert bzw. die künstlerische Aussage wiederherzustellen, bzw. zu erhalten.

Quelle: OLG Düsseldorf, Urt.v. 21.2.2019, AZ 20 – U – 134/17

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