Zu Frage der Eigentumsvermutung des § 1006 BGB bei einem Kunsthändler, welcher Eigen- und Kommissionsware besitzt.

Das LG Düsseldorf hat in seinem Urteil vom 08.01.2019 geurteilt, dass der Erlös aus einer Versteigerung von sogenannten“Immendorff-Affen“ einer Schweizer Galerie zusteht.  [LG Düsseldorf , Urteil vom 08.01.2019 – 2b O 152/17 ]

Hintergrund des Falles war ein Rechtsstreit um Eigentumsrechte an Bronze-Skulpturen des Künstlers Jörg Immendorff. Diese wurden im Rahmen einer Insolvenz eines Kunsthändlers an ein Auktionshaus zur Versteigerung gegeben. Eine Galerie ging hiergegen vor und beanspruchte den Auktionserlös, da sie Eigentümerin sei. 

Der Insolvenzverwalter muss jedoch nach Auffassung des Gerichts den Versteigerungserlös in Höhe von 1,6 Millionen Euro an die Schweizer Galerie herausgeben, da die Skulpturen dieser als Lizenznehmerin gehört haben. 

Wesentlich war dabei auch die Ausführung des Gerichts, dass bei einem Kunsthändler, welcher eine Vielzahl von Kunstgegenständen im Besitz hat, bei denen es sich offensichtlich im eigene Ware oder um Fremdware handelt, aus des Tatsache des Besitzes kein Rückschluss auf Fremd- oder Eigenbesitz gezogen werden kann. Insofern greift die Eigentumsvermutung des § 1006 BGB nicht vollständig. Insofern bedarf es weiterer genauer Beweise und deren Würdigung, insbesondere Rechnungen, Indizien und eine Gesamtschau aller Umstände der Tätigkeit des Kunsthändlers.

Urteil im Volltext: http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/duesseldorf/lg_duesseldorf/j2019/2b_O_152_17_Urteil_20190108.html